Kaliningrad, 5. Tag, Dienstag, 08.09.15

Nagelstudio RusslandRote Nägel

Endlich habe ich mich entschlossen, die Nägel zu lackieren. Also gehen wir nach dem Frühstück ins nächste Einkaufszentrum zum Nagelstudio. Hans findet im 1. Stock direkt dorthin. Dieses Nagelstudio befindet sich im Gang. Man sitzt dort wie an einer Bar. Jeder Passant kann einen beobachten. Hans erfährt von der jungen Angestellten, wenn ich die Lackierung wähle, die drei Wochen hält, würde es 50 min. dauern. Aus der Farbpalette wählte ich ein leuchtendes Pinkrot. Es dauerte dann fast eineinhalb Stunden und kostete 1400 Rubel, ca 20€ . Ich legte meine Hände auf eine Ablage. Zuerst feilte sie die Nägel. Dann wurden die Finger eingeweicht, um die Nagelhaut weich zu machen. Die wurde dann  abgeschnitten und als nächstes die Nageloberfläche mit einer Feile angeraut. Es folgte ein farbloser Lack, dann kamen mehrere Schichten roter Lack. Zwischendurch mussten die Lackschichten trocknen. Damit dieser Trocknungsvorgang beschleunigt wurde, sollte ich die Hände umdrehen und kurze Zeit der Heißluft aussetzen. Zum Schluss ölte sie meine Hände ein und massierte jeden Finger. Zeitweilig schlief eine Hand ein.

Keine Langeweile für den Wartenden

 Hans vertrieb sich derweil unterhaltsam die Zeit. Er fing mit Verkäuferinnen Gespräche an, z.B. mit einer, die Massagegeräte verkaufte und ihm vorführte, oder mit einer anderen sehr charmanten, die ihm ein Fläschchen Mandarinenöl verkaufte. Das Massagegerät hat er zum Glück nicht gekauft, aber die Tropfen mit so positiver Wirkung für das Immunsystem mussten wir von da an täglich nehmen. Einmal während  meiner Behandlung stand er feixend auf der anderen Seite und machte von dem Vorgang ein Foto. Endlich war ich erlöst und wir bewunderten beide meine roten Nägel. Als ich mal später in Deutschland auf die Preisliste eines Nagelstudios sah, entdeckte ich, dass bei uns so eine Behandlung ein Vielfaches kosten würde.

Verdiente Belohnung

Nach dieser Prozedur lud ich Hans als Belohnung für seine Geduld zum Essen ein. Wir saßen gemütlich in einer Ecke am Fenster des mehretagigen Lokals. Wir genossen den guten Service, bekamen wenig später  unsere  schmackhafte Suppe und aßen dazu geröstetes Knoblauchbrot. Dazu tranken wir Tee. Als wir das Restaurant verließen, bewunderten wir an manchen Tischen die glänzenden Zapfhähne für Bier. Wie wir erfuhren, haben viele Restaurants eine eigene Brauerei. Die Gäste dürfen dann selbst ihr Bier zapfen.

 

Auf zum Ozeaneum

Leninskaja Nach einer Ruhepause im Hotel gehen wir auf der Leninskaja bis zu dem uns bekannten Kaliningrad Hotel und biegen von dort nach rechts Richtung Hafen ab. Etwa nach 45 min. kommen wir im Museum an. Bevor wir eintreten, sehen wir uns auf dem Gelände um. Besonders imposant wirkt eine leuchtend weiße Skulptur, die wohl ein Segelboot darstellt und dessen weiße Segel hoch in den Himmel ragen. Davor sieht man die Statue des Hl. Nikolaus.

Verhinderte Bootsfahrt

Am Kai hat ein kleines Schiff angelegt. Ein Mann wirbt uns für eine Rundfahrt. Wir folgen der Aufforderung und setzen uns hinein. Wir sollen warten, bis mehr Passagiere kommen und es sich lohnt. Es sieht aber nicht danach aus. Starke Schauer setzen ein. Wir sitzen mit dem 76 jährigen Kapitän und seiner Mannschaft einer Frau und einem Mann am Tisch. Hans unterhält sich mit dem Mann. Der Käpt’n geht weg und hat wohl auf seinem Schiff zu tun. Ich blättere in dem Fotoband auf dem Tisch, in dem historische Aufnahmen heutigen gegenübergestellt sind. Offenbar kommen keine anderen Gäste. Es hat aufgehört zu regnen.

Noch eine Enttäuschung

Wir brechen auf. Im Museum erfahren wir an der Kasse von einer unfreundlichen Frau, das Museum sei heute geschlossen, einzig das Aquarium sei geöffnet. Die in Vitrinen ausgestellten Souvenirs dürfen heute auch nicht verkauft werden. So begnügen wir uns damit, Tickets fürs Aquarium zu kaufen. In dem runden Raum stehen einige Becken mit tropischen Fischen. Besonders gefährlich sieht die gepunktete Muräne aus. Riesige Rochen bewegen sich am Boden. Zum Schluss kommen wir an den glitzernden Piranhas vorbei.

Zurück zum Hotel

Wieder draußen bummeln wir am Kai entlang. Schiffe liegen hier. Offenbar gehört dieses Gelände mit zum Museum. Vor einem historischen Gebäude aus rotem Backstein liegt ein riesiger Anker. Alte Taucherglocken sind auch ausgestellt. Das Museum wird durch einen modernen noch unfertigen Anbau erweitert. Wir gehen bis zum Flugzeug und dem U-Boot, das wir gestern schon von der Stadtführung kannten. Jetzt möchten wir zum Hotel zurück. An der Straße herrscht zwar viel Verkehr, aber ein Taxi ist nicht in Sicht. Den langen Weg auf dem holperigen Pflaster zurückzulatschen haben wir nun wirklich keine Lust. Wir gehen missmutig weiter und kommen an einen bewachten großen Privatparkplatz, der sicher zu den Hochhäusern dahinter gehört.

Taxiglück

Hans fragt den Parkwächter nach einem Taxi. Der verschwindet und kommt mit einem Asiaten zurück. Und wirklich ruft uns dieser per Handy ein Taxi.Die Wartezeit dürfen wir auf ihren zwei Plastikstühlen vor dem Häuschen in der Sonne verbringen. Endlich kommt der Fahrer im Privat PKW ohne Taxischild. Unterwegs schimpft er auf die Konkurrenz der Schwarzfahrer. Dabei ist er sicher selbst einer. Hauptsache er fährt uns schnell und sicher zum Hotel zurück. Und so ist es. Er nimmt uns nur unglaubliche 200 Rubel ab, etwa 3 €. Wir trinken Tee im Zimmer und gehen dann auf den Markt, um uns fürs Abendbrot zu versorgen. Nach dem Essen drehen wir noch eine Runde im hell erleuchteten Zentrum. In die Kathedrale können wir nicht. Die ist geschlossen. Wir entdecken auf der anderen Seite den Bahnhof. Dort gibt es einen Laden mit Alkoholika. Wir erstehen eine Flasche Rotwein. Zu Hause stellen wir später fest, dass er reichlich trocken ist.

 

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