Abschließende Betrachtung dieser Reise

Verhältnis zu Deutschen heute

Diese Reise hat uns viele Einblicke in das heutige russische Leben gegeben. Wir waren erstaunt, eine moderne Großstadt vorzufinden. Die Russen wurden nach dem Großen Vaterländischen Krieg –  wie sie den 2. Weltkrieg nennen – aus allen Teilen der Sowjetunion in Kaliningrad angesiedelt. Die ca 430 000 Bewohner haben den nötigen Abstand und empfinden keinen Hass auf uns Deutsche. Die vielen Fotos in den Hotels und Restaurants aus deutscher Zeit z.B. von der Altstadt und dem Schloss zeugen davon, dass wie die Russen sagen diese deutsche Zeit der Stadt jetzt auch ihre Geschichte ist. Leider fehlt es an Geld,  nicht aber an Initiativen von heimischen Architekten, sonst wäre das Schloss längst wieder aufgebaut. Zur 750 Jahrfeier im Jahre 2005 wurden immerhin die wenigen erhaltengebliebenen  Relikte aus deutscher Zeit wie z.B. Bauten  der Stadtbefestigung wie Rossgärter Tor, Dohnaturm und Wrangelturm restauriert. Auf den breiten vielspurigen Straßen braust der Verkehr. Sie wurden z.T. in der Stalinzeit neu angelegt und umgenannt, so dass ehemalige deutsche geflüchtete Bewohner nicht erkannten, wo sie gewohnt hatten.

Bevölkerung

Die Bürgersteige befinden sich in einem gefährlichen Zustand. Um nicht zu stolpern muss man seine Augen stets nach unten gerichtet haben. Am liebsten fährt man Mercedes, Opel oder Autos aus Asien. Kleinwagen gibt es nicht. Man sieht auch keine so genannten Rostlauben. Bis 1991 war die Kaliningrader Exclave Sperrgebiet. Ausländer hatten keinen Zutritt Der Altersdurchschnitt beträgt 37 Jahre. Nur wenige Rentner begegneten uns. Die meisten älteren leben auf dem Lande in ihrer Datsche. Dort hat jeder seinen Gemüsegarten. Meist die Großmütter betreiben Vorratswirtschaft für den Winter. Sie wecken ein, was sie irgend aus dem Garten herausholen können. Im Wald sammeln sie Pilze und Beeren, sowohl für die eigene Familie als auch zum Verkauf an der Straße. Die Wohnungen in der Stadt sind sehr klein, weil der Quadratmeterpreis sehr hoch ist. Deshalb ziehen die Menschen zum Wochenende auf ihre Datsche. Die kleinen noch nicht schulpflichtigen Kinder leben im Sommer auch dort bei den Großeltern.                                 Alle Menschen, mit denen wir sprachen, wirkten offen und interessiert. Die meisten hatten die Politik in Westeuropa verfolgt und befragten uns nach unserer Meinung z.B. zur Flüchtlingspolitik. Deutsch spricht kaum einer, aber seit dem Ende der Sowjetunion wird Englisch unterrichtet.

Ausblick

                  Wir sind stolz, dass wir diese Reise weitgehend ohne Hilfe organisiert haben.Beim Reisebüro buchten wir lediglich den Flug und die beiden Hotels. Ohne Hoteladresse ist eine Einreise nicht möglich. Wir planen im kommenden Frühjahr eine weitere Russlandreise.  Wir wollen eine Flusskreuzfahrt von Rostov am Don bis Moskau buchen. Wir haben schon mehrmals gute Erfahrungen mit dieser Art zu reisen gemacht.

 

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