Königsberger Dom

Kaliningrad 2. Tag Samstag, 05.09.15

Restaurant

Als wir morgens den Frühstücksraum betraten, stand eine hübsche junge Dame beim Empfang und fragte nach unserer Zimmernummer. Sie sprach außer Russisch auch Englisch, so dass auch ich sie nach den Gepflogenheiten im Restaurant befragen konnte. Es gab außer russischen und englischen Tageszeitungen auch einen mehrseitigen Ausdruck der aktuellen Nachrichten in Englisch.

Frühstücksangebot

Wir suchten uns einen Tisch am Fenster unweit einer Theke, an der man Sonderwünsche bei den Kellnern bestellen konnte. So orderte ich sofort zwei Late Macchiato, die uns umgehend gebracht wurden. Wir inspizierten das unglaublich reichhaltige Buffet und es fiel uns schwer uns zu entscheiden. Da gab es mehrere Sorten Brot, süße Brötchen, Pfannkuchen, Aufschnitt, Lachs, Salate warme Speisen wie Milchsuppe, Kascha, Früchte, Säfte und diverse heiße Getränke sowie Smoothies, Joghurt und Quark. Bei einem jungen Koch konnte man sich ein Omelett mit den verschiedensten Zutaten zubereiten lassen. Da wir beide gewohnt sind, ein bestimmtes Maß beim Frühstück nicht zu überschreiten, hielten wir uns auch zurück.

Beobachtungen

Nicht nur das Buffet erregte unsere Aufmerksamkeit, sondern auch der Anblick vieler  weiblicher Gäste. Offenbar war dieses Hotel nicht nur bei Touristen beliebt, sondern es fanden hier auch Konferenzen von Geschäftsleuten statt. So ergötzten wir uns an dem auffallenden Outfit so mancher junger Frauen mit tollem Makeup und auffallenden Frisuren in engen kurzen Kostümen oder tief ausgeschnittenen Kleidern und Pumps mit extrem hohen Absatz. Auch smarte Männer gab es in modischen Anzügen. Vor allem beobachteten wir, wie eine junge Dame von den Herren am Tisch  hofiert wurde. Es war für uns offensichtlich, dass jeder versuchte mit ihr zu flirten. Erst als sie sich erhob, kühl nickte und aus dem Saal stolzierte, wurden die Gesichter der Herren wieder ernster und man wandte sich sicher beruflichen Themen zu.Immer wieder beschrieben wir uns gegenseitig Menschen, die uns auffielen. Dann fragte ich Hans :“ Hast Du die gesehen in dem roten Kleid? Guck da nicht hin, aber beim Rausgehen.“ Auch er wies mich manchmal auf auffallende Personen hin. Zu gerne lästern wir über andere Leute. Aber wir sagen auch, wenn wir beeindruckt sind oder uns das Äußere gefällt.

An der Rezeption

Bevor wir nach draußen gingen, erkundigte sich Hans an der Rezeption nach Sehenswürdigkeiten und Ausflügen. Wir wurden an eine junge Frau verwiesen, die sich sehr viel Zeit nahm, alle Möglichkeiten zu besprechen. Sie sprach zwar auch fließend Englisch, aber mein Begleiter liebt es, jede Gelegenheit wahrzunehmen, die Landessprache zu gebrauchen. So fand die Besprechung in Russisch statt.Da ich selbst seit einiger Zeit Russisch lerne, höre ich dann aufmerksam zu und freue mich, wenn ich immer mehr verstehe. Als Ergebnis kam dann heraus, dass wir am Montag eine private Stadtrundfahrt unternehmen würden und für Mittwoch einen Busausflug nach Rossitten buchten.

Auf zum DomKönigsberg Dom

Das bekannteste  Gebäude aus deutscher Zeit ist der Dom. Die völlig ausgebrannte Ruine wurde in den neunziger Jahren wieder aufgebaut und restauriert. Zum Gebäude gehört auch ein Museum. In der Kirche finden sowohl evangelische als auch russisch orthodoxe, seit kurzem sogar ökumenische Gottesdienste statt. – Wir machten uns zu Fuß auf den Weg.Es war eine lange Strecke, sicher so etwa 3 km auf der Leninskaja. Es war ein warmer Tag.  Das Gehen auf dem holperigen Pflaster an der verkehrsreichen Straße strengte uns an, so dass wir froh waren, immer wieder Bänke in den vielen Grünanlagen zum Ausruhen zu finden. Schließlich erreichten wir das Rätehaus, ein total hässliches weithin sichtbares blaugraues Hochhaus. Nach der Beschreibung mussten wir jetzt die Kreuzung überqueren und schon sahen wir den Dom auf der anderen Seite des Flusses, dem Pregel. Wir gingen über die Brücke und stiegen die alte ausgetretene Treppe mit schmiedeeisernem Geländer hinab. Eine lange Fußgängerstraße mit Blumenrabatten in der Mitte und vielen Bänken an den Seiten führte zum Dom. Wir machten auf einer Bank in der Sonne Pause und genossen den Anblick der Backsteinkirche. Vor der Kirche lud ein Plakat zum Orgelkonzert um 14.00 Uhr ein. Die Wartezeit verbrachten wir mit einem Gang um das Gebäude herum. Dabei verweilten wir vor dem Kant Denkmal. Wir sahen den Brautpaaren zu, die sich auf der Brücke mit dem Fischerdorf im Hintergrund  fotografieren ließen.

Im Dom

Schließlich betraten wir die Kirche, kauften die Tickets für das halbstündige Konzert und nahmen auf einer Bank Platz.Wir blickten auf die prächtige Orgel und sahen uns in der sonst schlichten weißen Kirche um,die innen ähnlich aussieht, wie die Marienkirche in Danzig. Es trat ein Ansager nach vorne. Er trug historische Kleidung, einen schwarzen Anzug mit Weste und weißem Rüschenhemd, außerdem eine weiße Perücke. Nach der Ansage auf Russisch lauschten wir dem Konzert, das mit Bach eröffnet wurde. Die Bänke erwiesen sich nicht gerade als Rücken freundlich, so dass wir froh waren,dass das Konzert nach 30 min. zu Ende war. Die Sitzbänke waren in beide Richtungen klappbar, damit man beim Gottesdienst auf den Altar sehen konnte.

Restaurantsuche

Nach diesem kulturellen Genuss waren wir auf der Suche nach einem gemütlichen Lokal. Wir gingen über die Brücke zum Fischerdorf. Viele Restaurants sahen einladend aus. Aber jedes Mal, wenn wir eintraten, erblickten wir die festliche Tafel und ein Brautpaar inmitten der Gäste – also geschlossene Gesellschaft.  Müde und hungrig kamen wir schließlich zur nächsten Brücke. Vielleicht hatten wir auf der anderen Seite des Pregels mehr Glück. Und so war es auch. Ich war etwas skeptisch bei dem Schild ‚Kafe‘ , aber mein Begleiter, der mit den russischen Gepflogenheiten vertraut ist, konnte mich beruhigen. In dem großen Lokal nahmen wir in einer der gemütlichen Nischen Platz und wurden auch sofort von einer jungen Frau bedient. Es gab komplette Gerichte ebenso wie Kleinigkeiten etwa Salate oder Suppen auf der Speisekarte.Auch heiße Getränke und Gebäck konnte man ordern. Wir tafelten ausgiebig und sahen den flinken Kellnerinnen bei der Arbeit zu. Beim Bezahlen wurde man gefragt: Cash oder Karte. Auch bei geringen Beträgen – wie wir später beobachten konnten –  zahlen die Russen gern mit Karte. Gestärkt und ausgeruht schlenderten wir zurück und deckten uns in den Markthallen noch mit Dingen fürs Abendbrot auf dem Zimmer ein

Kaliningrad am Abend Christi Erlöser Kirche

Nach dem Abendessen zog es uns wieder nach draußen. Wir standen auf dem Platz des Sieges mitten im hell erleuchteten Zentrum. Auf den Straßen bewegten sich viele Menschen, meist Gruppen junger Leute. Der eindrucksvolle Platz aber war fast menschenleer. Wir konnten gar nicht genug das wechselnde Farbenspiel der Fontänen der zahlreichen Brunnen bestaunen. Immer wieder nach allen Richtungen fotografierten wir, natürlich auch die strahlend angeleuchtete Kathedrale, ebenso wie die Gebäude ringsherum mit greller Leuchtreklame. mit einem kleinen Rundgang bis zu unserem Hotel beendeten wir diesen Tag.

 

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