Kirche in Russland

Kosakendorf , 27.April 2016 Kreuzfahrt Don/Wolga

Fahrt nach Starotscherkasskaja

Noch immer lagen wir im Hafen von Rostov am Don. Schon um 8.30 Uhr begann die Fahrt im Bus zum Kosakendorf Starotscherkaskaja. Während der Fahrt bekamen wir weitere Informationen über das Don Gebiet. Die schwarze Erde ist sehr fruchtbar. Im Winter sinken die Temperaturen oft auf minus 20°, aber ohne Schnee. Es leben hier viele Armenier. Sie sind bekannt für die Produktion der unterschiedlichsten schmackhaften Käsesorten. Bei der Zubereitung ihrer Speisen verwenden sie oft Kräuter. Weiter erfuhren wir, dass die Seeleute in früheren Zeiten Bärenfett mit auf See bekamen. Das sollte gegen Tuberkulose helfen.

Orthodoxe Kirche

Heutzutag gehen  wieder viele junge Leute in die Kirche. Zur Stalinzeit war das verboten. Die Kirchen wurden zerstört oder zweckentfremdet und die Priester verfolgt. Jedoch versicherte man uns immer wieder an verschiedenen Orten, auch wenn die Religion verboten war, so sorgten doch meistens die Großmütter für einen Hausaltar. Sie erzogen die Kinder im christlichen Sinne. Heute erstrahlen die meist orthodoxen Kirchen wieder im alten Glanz oder wurden wieder aufgebaut mit staatlicher Unterstützung. Auch Fotos von Putins Kirchenbesuchen an hohen Feiertagen erscheinen in der Presse. Auf unserer Reise besichtigten wir zahlreiche Klöster und Kirchen. Typisch für orthodoxe Kirchen sind die Zwiebeltürme, die Kuppeln oft vergoldet oder auch in Blau.orthodoxe Kirchen Kosaken Auf der Wand hinter dem Altar ist der Ikonostas zu sehen, prächtige oft uralte Heiligenbilder. In großen Kirchen haben mitunter 2000 bis 3000 Gläubige Platz. Es gibt nur wenige Sitzmöglichkeiten an den Seiten, die Behinderten vorbehalten sind. Im übrigen stehen die Menschen während des Gottesdienstes. Hinter dem Altar befindet sich der Eingang zum Allerheiligsten. Das darf nur der Priester betreten und an hohen Feiertagen wie zu Ostern die Männer. Es gibt keine Orgel, keine instrumentale Begleitung. Der Priester singt die Choräle und wird durch einige Männer im Gesang unterstützt.

Ankunft im Kosakendorf

Kosakendorf DonWährend der Fahrt durch die Stadt kamen wir immer wieder an Denkmälern und Skulpturen vorbei. Oft waren historische Scenen dargestellt.  Rostov wird als Tor zum Kaukasus angesehen, Zugang zu neun Meeren. Wir besichtigten das Kosakendorf mit seinen  farbigen Holzhäusern mit oft weißen geschnitzten Verzierungen. Die  Kirche war weiß und hatte einen separaten spitzen Glockenturm  und im Innenraum einen prächtigen Ikonostas.

Die Don Kosaken

Dongebiet KosakenDie Don  Kosaken gelten als sehr gläubig und gehören der orthodoxen Kirche an. Sie sind  oft abergläubig. Männer waren ehemals ensprungene Leibeigene, siedelten sich im Dongebiet an, hatten eigene Kultur, gingen auch auf Raub aus. Im 15. Jahrhundert wohnten sie in  Lehmhütten mit Reetdach. Die Siedlung umgab eine Mauer mit Wachtürmen.  Der Zar gab ihnen die Freiheit. Sie hatten dafür die Aufgabe, die Grenzen zu bewachen.

Im Museum

Im Kosaken Museum befanden sich die typische Kleidung und Waffen. Sie waren sehr gute Reiter.Die Reiseführerin war promoviert, sprach unentwegt über Land un Leute, auch über Schule. Ihr Deutsch wies erhebliche Mängel auf, ihr fehlten mitunter die geläufigsten Ausdrücke. Als Abschluß der Führung erlebten wir den Auftritt eines Gesangs-Tanz-Ensembles, bestehend aus ca 10 nicht mehr ganz jungen Frauen , die unter Leitung eines rassigen Kosaken sangen und tanzten.Don KosakenDie Zuschauer wurden zum Tanzen, auch Hans, aufgefordert. Seine Tänzerin war eine schöne temperamentvolle junge Kosakin, die ihn ordentlich herumschwenkte, so dass er danach erschöpft auf seinen Platz sank. Unter den Frauen gab es auch eine sehr dicke stattliche Kosakin, die aber ihren Tänzer genauso herumwirbelte. Auf jeden Fall war diese Vorführung in den alten Trachten für die Zuschauer ein sehr schöner Anblick.

Auf Wiedersehen Rostov

Gegen 13 Uhr langten wir wieder am  Schiff an, rechtzeitig zum Mittagessen. Um 15 Uhr begaben wir uns an Deck.  Wir liefen aus, und dabei machten wir  Fotos. Am Kai standen viele Leute und winkten, die Musik spielte. Ich warf eine Münze in den Fluss, das soll Glück bringen. Wir tranken im Salon Tee, dort wurde gerade eine Gruppe von Russen über den Gebrauch der Schwimmwesten eingewiesen. Zum Abendessen erschienen die meisten in festlicher Kleidung, da wir wie angekündigt beim Betreten des Restaurants einzeln vom Kapitän begrüßt wurden und vom Bordfotografen ein Foto gemacht wurde. Die Kellner erschienen in Landestracht, die Tische waren festlich gedeckt und es wurde ein Festmenue serviert. Auch ein Glas Sekt durfte nicht fehlen. Der Kapitän hielt eine Begrüßungsrede und prostete allen zu. Um   21 Uhr begaben wir uns in die Tschaikowski Bar. Dort erlebten wir einen von Bord-Animateuren gestalteten Tschechowabend , insgesamt gut, aber die Wirkung litt durch die schlechte Aussprache. Beim anschließenden Quiz  zu Tschechow hatten wir 2 Fehler. Anschließend besuchten wir noch die Tanzbar mit LifeMusik. Der Bordmusiker begleitete die füllige Russin bei ihren Liedern auf seiner Gitarre. Wir genossen die Atmosphäre beim Glas Wein.

 

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