Rauschen

Rauschen, Sonntag, 10.Tag, 13.09.15

Ärger am Morgen

Morgens schon vor dem Frühstück Ärger. Hans kam aus dem Bad, nur kochend heißes Wasser. Also duschten wir nicht, wuschen uns notdürftig mit Mineralwasser und zogen uns an. Hans reklamierte an der Rezeption, die junge Frau wusste von nichts, rief aber an. Das Frühstück – immer kümmerlicher, kein Obst, Lachs zusammengeragt aus unansehnlichen Resten, aber die großen Tische waren verschwunden und die Bedienung wirkte freundlcher. Von der Zimmerfrau erfuhren wir, dass es offenbar im ersten Stock eine Havarie gegeben hatte und die Handwerker vergessen hatten das Kaltwasser wieder anzustellen. Es ging also wieder. Die Putzfrau stammt aus Samarkand in Usbekistan und fährt jetzt zu Saisonende für ein halbes Jahr nach Hause.

Erkundung der weiteren Umgebung

Sanatorium Rauschen
Sanatorium Rauschen

Wir sahen uns den Stadtplan an und beschlossen die Gegend aufzusuchen, die wir noch nicht kannten. Zuerst die Touristikinformation. Der diensthabende junge Mann öffnete uns den Raum mit einer Gemäldeausstellung. Wir lobten vor allem die Landschaftsbilder, aber auch ein paar Blumenbilder gefielen uns. Im Büro sahen wir uns die Dinge an, die man kaufen konnte. Ich erwarb ein T-Shirt, eine Spieluhr und eine DVD vom Gebiet. Wir gingen weiter am Sanatorium vorbei. Das Gebäude mit dem markanten wuchtigen abgerundeten Turm stammt aus der Zeit des Jugendstils.Wir gelangten an einen künstlichen See, um den eine Promenade mit einigen Bänken führte. Wir kehrten jedoch um und erreichten auf einer sehr holperigen geradezu halsbrecherischen Straße eine sogenannte Galerie. Den Weg wiesen uns ein umhäkeltes Gitter, dann eine Sitzgruppe mit Birken, deren Stämme umhäkelt waren und vor dem Eingang ein Fahrrad, für das viele bunte Wolle verwendet wurdeRauschen Russland.Die beiden Räume waren bis in die hinterste Ecke von unten bis an die Decke reichend angefüllt mit kunsthandwerklichen, aber auch zum großen Teil kitschigen Gegenständen Hans kaufte schöne Märchenpostkarten im Jugendstil für die Urenkel. Ich erstand ein Heftchen mit den KIrchen der Umgebung und ihrer Geschichte. Das war offenbar von einer russischen Gesellschaft herausgegeben ohne Beschönigung, was aus ihnen nach dem Krieg geworden ist.

Der Laden der 1000 Dinge

Wir gingen auf der langen Strasse, auf der wir gekommen waren, zurück. Neugierig betraten wir den Laden, an dem wir schon vorbeigekommen waren. Wir wollten wissen, was sich hinter dem Namen „Laden der 1000 Dinge“ verbarg.

Laden der 1000 Dinge
Laden der 1000 Dinge

Drinnen waren die zwei Räume wirklich vollgestopft mit unendlich vielen Gegenständen für den Haushalt, wie z.B.Geschirr, Elektrogeräte,Töpfe, Möbel, Bilder, Putzmittel usw. Wir entdeckten einen kleinen Wasserkocher für 1200 Rubel. Den konnten wir gut für unsere Teestunde am Nachmittag gebrauchen. In diesem Hotel gab es so etwas nicht wie in Königsberg. Hans sprach die Verkäuferin an, die den Kocher dann an die Kasse stellte. Wir sahen uns noch weiter um. Ich nahm noch einen witzigen Salzstreuer mit.

Relikt aus der Sowjetzeit

An der Kasse mussten wir lange warten. Die Kassierein war nach hinten verschwunden. Auch nach mehrmaligem Rufen erschien sie nicht. Endlich mit einer Kaffeetasse in der Hand bequemte sie sich wieder an ihren Arbeitsplatz. Hans wies auf die beiden Gegenstände und hielt ihr einen 5000 Rubelschein entgegen. Sie behauptete den nicht wechseln zu können. Wir kramten in unseren Portemonnaies. Sie sah die kleinen Scheine und wollte nur den Salzstreuer abkassieren. Hans schimpfte energisch auf Russisch – entweder alles oder nichts.Da gehorchte sie und siehe da sie konnte auch aus 5000 Rubel herausgeben. Hans erklärte mir diese Frau war noch ein Relikt aus der Sowjetzeit, als solche Frauen die Macht hatten, von der Mangelware zu verkaufen oder nicht. Wir könnten froh sein, dass wir außer ihrem Gezeter keine Watschen bekommen hätten.

 

Weitere Einkäufe

Auf dem Rückweg kauften wir an dem Stand an der Ul. Lenina, den wir schon auf den Hinweg gesehen hatten, ein großes Stück wunderbaren Räucherfisch.Morgens standen da viele Russen an. Jetzt waren nur drei vor uns. Die freundliche Verkäuferin gab uns sogar eine Probe zu schmecken. Es war Muräne, die wir nicht kannten, aber köstlich schmeckte. Das große magere Stück sah aus wie Schinken und kostete etwa 5 €. Hans kaufte in dem Laden, wo er die Fotos gemacht hatte, einen milchigen Bernstein für Agnes, der ihr hoffentlich gefallen wird.

Bummel zurück

Dann labten wir uns in unserem Stammlokal an Suppe und Tee. Hans machte der hübschen jungen Kellnerin Komplimente. Sie errötete sogar über diese ungewohnte Behandlung eines älteren Herren. Ich amüsierte mich darüber.Reise nach Russland Wir fuhren dann mit der Gondel nach unten und bummelten auf der Promenade bis zur Sonnenuhr. Unterwegs kaufte ich mir an einem der Stände einen großen durchsichtigen Bernsteinanhänger mit Einschluss für 2000 Rubel. Wir stiegen mit Pausen die 300 Stufen nach oben und wählten zurück den Weg an der gewaltigen noch nicht fertigen Philharmonie..Rauschen Russland

 

 

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